i_h summe. ich we_de müd_ .ich hör_ auf, b_n still.ruh_ .wach.
ich habe angst. angst vor der dunkelheit, die mich umschließt, wenn ich das licht ausmache. angst vor der stille, die die türen für meine gedanken öffnet. nicht die guten, die "sagen": "hey! heute war ein guter tag! weißt du noch...." nein... sie sind kalt, lassen mich innerlich frieren, erstarren. ich will aufstehen, musik anmachen. mich in letzter sekunde befreien. doch es ist zu spät. regungslos liege ich in meinem bett und werde gezwungen über all meine fehler nachzudenken. egal wann ich sie begangen habe. ich bin so ein schlechter mensch. ich habe andere leute, gute leute, ausgenutzt. habe viel gelogen. gelogen um mich interessant zu machen. um abzulenken. um zu verhindern, dass gewisse fragen gestellt werden.
"ich habe keinen vater mehr..." ich sah ihm in die augen und musste mir die tränen verkneifen - es tat noch zu sehr weh. er sah weg, schüttelte den kopf und flüsterte: "ich auch nicht mehr. in seiner hülle steckt kein leben mehr."
- du warst der aller erste, dem ich vertraut habe.
"hey sag mal, was ist das an deinem arm?" Ich griff seine Hand und zog ihn näher an mich, um es genauer zu mustern. Ich kannte es damals noch nicht. Sicherlich habe ich mir schon früher wehgetan... Aber nie so bewusst. "Ich bin manchmal sehr sehr traurig weißt du.", antwortete er spöttisch. "Hey, ich bin keine 5 jährige. Sag schon!" Er meinte es ernst. Ich stockte.
- zum aller ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass mir viel... sehr viel weggenommen werden kann. Und zwar von der Person, die es mir gegeben hat.
Verwirrt und unsicher betrat ich das abgesperrte Gebiet. Ein Krankenwagen, ein schwarzes Auto mit einer Sirene auf dem Dach. Viele Menschen. Zwei weinende Kinder, eine total geschockte Mutter. Sie redeten laut - doch ich hörte nichts. Immer mehr bestätigten sich meine Ängste... Eine Frau sprach mich an, redete auf mich ein. Meine Adresse wäre es gewesen. Ob ich meinen Bruder vermissen würde. Ich antwortete nicht. Ich wollte nicht zuhören. Sie redete weiter. Sie stellte Fragen. Ich blieb stehen. Zum ersten Mal sah ich ihr ins Gesicht. Ihre tiefbraunen Augen sahen mich fragend und zugleich ängstlich an. "Wo? ... Krankenhaus? ...", ich wollte die Antwort eigentlich gar nicht wissen. Ich kratzte mir meine Handfläche wund... Ich sah auf den Boden. "Es tut mir sehr leid. Dafür ist es schon zu spät." Sie legte einen Arm um mich. "Dieser Brief ist an dich adressiert. Mit deiner Nummer, deswegen bist du hier. Ist es dein Bruder?" Ich ignorierte sie, nahm den Brief und befreite mich von ihrem eiskalten Arm. Ich ging auf die Menschen zu. Einer von ihnen hat ein paar Fotos gemacht. Ich ging schneller, rannte, stieß sie weg.
Ich blieb vor ihm stehen. Mir wurde übel. Ich hatte das Gefühl, dass mir so eben der Boden unter den Füßen wegbrach. Ich drehte mich um. Ging wieder Richtung Heimat. Die Frau hielt mich auf, wollte wieder wissen ob es mein Bruder sei und ob meine Eltern bescheid wüssten. Ich sah sie an. "(...)straße 58, 2. Stock, da wo die vielen Schuhe vor der Tür stehen." Ich ging. Über die Brücke, über die Straße, am Fußballplatz vorbei, Musik im Ohr - Linkin Park, durch den Park, an Joggern vorbei, meiner Grundschule, die Pizzeria, die Straße, über die ich als kleines Kind nie gehen durfte. Ich bog ab. Meine Beine waren schwer. In meinem Kopf drehte sich alles. Ich wollte nur noch in mein Bett. Zu meiner Mama. Zu Mama... Kuscheln, weinen, mich trösten lassen, erklärt bekommen wieso, abgelenkt werden... Mir war kalt. Ich öffnete das Gartentor, schloss die Tür auf und ging hinein. Leise schob ich die Tür wieder zu, um meine Mama nicht zu wecken. Sie war schon wach. War sauer. Wo ich gewesen wäre, ich könnte doch nicht einfach so verschwinden. Sie schrie. Ich sah durch sie hindurch. In diesem Moment ging das einfach alles an mir vorbei. Ich ging an ihr vorbei, die Treppen hoch. In mein Zimmer. Ich verbarrikadierte meine Zimmertür. Sank zu Boden... Schwarz.
- meine Schuld? nein, weiß ich. doch, sagt mein Kopf.
Ich hasse mich.
Sie stritten sich. Er schrie, sie wimmerte. Ich saß auf der Treppe und hörte ihnen zu. Ich verstand es nie, aber ich wusste, dass ER unrecht hatte und ihr sehr wehtat. Sie war schwanger, wie kann man sie deswegen anschreien. Das ist doch was schönes - Kindergedanken. Manchmal wünsche ich mir, ich würde so einfach denken wie damals. ER ging zur Tür. Ich schlich schnell die Treppe hoch, damit ER mich nicht sieht. Sie weinte bitterlich. Ich kam zu ihr, sagte zu ihr sie solle sich auf die Couch legen. Ich versuchte ihr Tee zu kochen aber mit kaltem Wasser klappte das nicht so wirklich. Ich war enttäuscht. Sie lächelte, gab mir einen Kuss auf die Stirn und sagte, dass sie stolz auf mich sei. "Mama?"
- "Ja?" "Warum will Papa meinen Bruder nicht?" "Er will ihn doch... Es ist nur sehr stressig für ihn momentan." Ich umarmte sie. "Also ich freue mich auf ihn!"
Mama ich liebe Dich! Wir brauchen ihn nicht - er wollte es nie.
Wir? Ich glaube alle um mich sind besser ohne mich dran.
Ich bin ein schwieriger Mensch. Ich lüge oft und nutze Menschen aus.
Ich hasse mich.
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